Im Norden von Griechenland reicht die Halbinsel Chalkidike ins Meer hinaus, wie eine Hand. Am östlichsten Finger, offiziell nur über's Wasser erreichbar, liegt der Mönchsstaat Athos mit seinem heiligen Berg AGION OROS: weisser Marmor, 2033m hoch.
Die Zeit scheint hier langsamer vergangen zu sein... die Mönche und Eremiten
leben nach ihren eigenen Regeln und orthodoxen Riten, die seit 1500 Jahren unverändert geblieben sind.
Nur wenige unter den vielen, die alljährlich darum ansuchen, erhalten das hochgeschätzte "Diamonitirion", die Einreiseerlaubnis.
Frauen ist der Zutritt überhaupt verboten. (Auch weibliche Tiere sind nicht erlaubt!)
Es gibt kein Hotel, kein Geschäft, ganz wenige Autos, die einen Pilger ein Stück mitnehmen - aber die Einsiedeleien und viele interessante Plätze sind nach wie vor nur zu Fuss erreichbar... Man geht also,
und verbringt die Nächte in Klöstern (wo die Mönche ein vegetarisches Mahl zubereiten).
Man trägt sein Reisegepäck in Bündeln und Rucksäcken, darunter auch ein paar praktische Geschenke
für die Mönche, die kein Geld annehmen, aber grosszügig jedem müden Wanderer, der an ihrer Pforte ankommt, starken Kaffee,
Ouzo und Süssigkeiten offerieren.
Vor 9 Jahren brachte Krajnc ein extra Paket, schleppte es mit seinem Mit-Pilger Stephan Bauer viele Kilometer und viele Stunden:
eine Rolle Leinwand, Pinsel und Farben.
Er hatte 1988, bei seinem ersten Besuch, festgestellt,
dass er dort einfach ein Bild MALEN MUSSTE.
Nun kehrt er jeden Herbst zum Berg Athos zurück, auf der Suche nach Stille und Inspiration. Das grosse Ölgemälde verändert sich jedes Jahr mit den Eindrücken, die der Künstler am Berg Athos aufnimmt. Die ersten paar Mal trug Krajnc das Bild von Kloster zu Kloster. Ein eher schwieriges Unterfangen! Jetzt wird es von Mönch Panteleimon gehütet, der alleine in Jovannitsa lebt, aber das ganze Jahr lang einem Strom von Pilgern aus der ganzen Welt Essen und Unterkunft gewährt. Besucher, die zu ihm zurückkehren, fragen immer, wie weit der Künstler mit seinem Bild gediehen ist.

JOVANNITSA, Krajnc' Zuhause am Athos.
Was er hier suchte und fand: den Schritt zurück in eine Vergangenheit, die lebendig geblieben ist.
Ohne Radio, ohne Fernsehen, bis vor kurzem ohne Telefon. Nun hat dieses aber doch am Heiligen Berg Einzug gehalten. Der Künstler hatte die technischen Errungenschaften bis jetzt nicht vermisst...
Wie könnte er auch, umgeben von einer atemberaubenden Landschaft aus Meer und Bergen,
die nur mit Worten wie "grossartig", "umwerfend", "grandios" beschrieben werden kann?
Für kurze Zeit taucht Krajnc in ein Leben mit weniger Verpflichtungen und Stress,
kehrt zurück zum Essentiellen, zum einfachen Sein...
meditiert darüber, was - vielleicht - wirklich wichtig ist.
Und malt.

PANTELEIMON füttert regelmässig seine Katzen, die einzigen Tiere, die grösser als eine Maus sind,
die die Regel "keine Weibchen!" komplett ignorieren und denen das stillschweigend gestattet wird.
Er kümmert sich auch um einen Esel und ein Pferd - und die oben schon erwähnten Pilgerscharen.
Eine original Ikone
von Krajnc
kam 1997 zu den verehrten Ikonen in Panteleimons kleiner Kirche.

Der Künstler malt bei Tageslicht - oder bei Kerzenschein
und dem Licht einer einzigen Petroleumlampe. Symbol eines anderen Lebensrhythmuses. Auch die Uhren am Athos gehen anders. Sie zeigen Mitternacht an, wenn die Sonne untergeht. Der "Tag" beginnt mit Gebeten und Gesängen, lange bevor die Sonne wieder aufgeht.
Panteleimon erwartet von all seinen Besuchern, dass sie selbstverständlich bei den täglichen Arbeiten mithelfen.
Künstler nicht ausgenommen. Feuer werden gemacht, Fisch und Tintenfisch wird gefangen und gekocht, Brot wird gebacken, der Gemüsegarten verlangt viel Zuwendung - Kartoffel und
Tomaten sind die Hauptnahrungsmittel - Oliven werden geerntet und die Bienen versorgt. Sie liefern Honig und das Wachs für die handgezogenen Kerzen, die, von seinen Besuchern nach ganz Europa mitgenommen, für Panteleimon ein kleines Einkommen bedeuten.
(um die Seite mit den Kerzen sehen zu können, brauchen Sie
holen Sie sich's gratis hier!)

DAS GEMÄLDE, wie es seit Oktober 1997 aussieht.
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Zuletzt modifiziert: 23. Januar 2000
Copyright© 1997 by Anton Krajnc. Wie es im Internet usus ist, dürfen alle Bilder zum persönlichen Gebrauch abgerufen werden, aber nicht kommerziell verwendet.
Fotos: Anton Krajnc und Dagmar.
